Gegründet wurde Kavala im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Bewohnern der benachbarten Insel Thasos als Neapolis

Kavala (griechisch Καβάλα (f. sg.)) ist eine Handels- und Hafenstadt sowie Gemeinde (Dimos Kavalas Δήμος Καβάλας) in Nordgriechenland in der Verwaltungsregion Ostmakedonien und Thrakien unmittelbar am Golf von Thasos (Golf von Kavala) des Thrakischen Meers. Die nach Drama zweitgrößte Gemeinde der Region hat etwa 70.500 Einwohner. Sie besitzt den Haupthafen Ostmakedoniens und verfügt über einen etwa 30 km östlich der Stadt gelegenen Verkehrsflughafen, der hauptsächlich für Inlandsflüge und den touristischen Charter-Verkehr genutzt wird. Partnerstadt in Deutschland ist seit 1998 Nürnberg.

Geschichte

Gegründet wurde Kavala im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Bewohnern der benachbarten Insel Thasos als Neapolis. Dieser Siedlung und ihrem Umland fiel innerhalb der thasitischen Peraia eine besondere Rolle zu. Nach Westen war es im Küstenbereich begrenzt durch die befestigte thasitische Ansiedlung von Antisara, dem heutigen Stadtteil Kalamitsa/Kavala und im Osten durch die ummauerte thasitische Niederlassung von Nea Karvali. Neapolis war die einzige thasitische Ansiedlung auf dem Festland, welche sich die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Thasos im Jahre 411 v. Chr. erstritt. Zu Wohlstand kam Neapolis durch Silber- und Goldgewinnung im Lekanis-Gebirge. Damit verbunden war die frühe Einführung einer eigenen Währung, was seine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Metropole Thasos beförderte. 168 v. Chr. wurde Neapolis zur Stadt (civitas) erhoben. In der byzantinischen Epoche wurde sie in Christopolis (Christusstadt) umbenannt. Die Venezianer befestigten während ihrer kurzen Besetzung die Halbinsel Panaghia mit einer Burg. Der heutige Name Kavala stammt von der Bedeutung als wichtige Poststation, an der die Pferde (italienisch „cavallo“) auf der Via Egnatia gewechselt wurden.

Im Jahr 49 ging Paulus von Tarsus im heutigen Kavala an Land und gründete in Philippi die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. Noch um 1900 war Kavala eine eher unbedeutende Siedlung mit ca. 6.000 Einwohnern. Kavala war Teil des Osmanischen Reiches (Ottomanisches Reich) von 1371 bis 1912.

Muhammad Ali Pascha, der Begründer jener Dynastie, die bis 1953 Ägypten regierte (→ Dynastie des Muhammad Ali), wurde hier um 1770 geboren. Er stiftete 1817 den Bau des Imaret, ein Ensemble aus Moschee, Koranschule und Armenspeisehaus gelegen an der Stadtmauer der Halbinsel Panaghia mit Blick auf den darunter liegenden Hafen. Das historische orientalische Gebäude mit seinen Kuppeldächern, Kaminen, Gewölben, Zisternen und Innenhöfen wurde 2004 originalgetreu renoviert und stellt heute eine architektonische Sehenswürdigkeit dar, die ein Hotel beherbergt.

Der aus der römischen Zeit stammende Aquädukt, ein zweigeschossiges Bogenwerk, restaurierte Süleyman I. der Prächtige, welches die Silhouette der Stadt ebenso wie die Burg heute prägt. Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg 1922 siedelten griechische Aussiedler aus Kleinasien in Kavala und gründeten Dörfer in der Umgebung, wo sie auch mit dem Tabakanbau begannen. Durch die Verarbeitung und Verschiffung des Tabaks erlangte Kavala eine gewisse Bedeutung.

Zwischen 1941 und 1944 befand sich in Kavala das Hauptquartier der bulgarischen Ägäisflotte.[2]

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